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Motivierter Gemeinderat drängt auf Fortschritte bei der Ortsdurchfahrt L 296 in Liebenscheid

Bei einem Dorfrundgang in Liebenscheid trafen der Bundestagsabgeordnete Harald Orthey und der Landtagsabgeordnete Johannes Behner auf einen engagierten Gemeinderat, der die zentralen Herausforderungen der Ortsgemeinde klar benannte. Ortsbürgermeister Michael Seyfarth und die Ratsmitglieder machten deutlich, dass die weitere Entwicklung Liebenscheids vor allem durch den ausbleibenden Ausbau der Ortsdurchfahrt L 296, den damit verbundenen stagnierenden Hochwasserschutz sowie fehlende Bauplätze gebremst werde.

Trotz dieser strukturellen Hemmnisse verwies der Gemeinderat auch auf positive Entwicklungen: Der neue Kunstrasenplatz sorgt seit einem Jahr für spürbare Belebung im Vereinsleben, die evangelische Kirche wird umfassend saniert, der Ortskern präsentiert sich gepflegt und einladend, und der dringend benötigte Anbau an das Feuerwehrgerätehaus steht in den Startlöchern.

Stillstand beim Ausbau der L 296

Seit Jahren kommt der dringend notwendige Ausbau der Ortsdurchfahrt kaum voran. Lediglich eine neue Deckschicht wurde in Aussicht gestellt – aus Sicht des Gemeinderates eine völlig unzureichende Maßnahme. Die aktuelle Tempo-30-Regelung aufgrund von Straßenschäden verdeutlicht den Handlungsdruck. Eng verknüpft mit dem Straßenausbau sind mehrere Hochwasserschutzmaßnahmen, die ohne grundlegende Sanierung nicht umgesetzt werden können. Auch die Verbandsgemeinde Rennerod wartet auf Sanierungen an den Wasser- und Abwassernetzen; vorhandene Durchlässe müssen dringend erweitert werden.

Orthey und Behner sagten zu, sich bei den zuständigen Behörden für einen zügigen Start der notwendigen Planungen einzusetzen. Einig war sich die Gesprächsrunde darin, dass eine Sanierung der L 296 auch private Investitionen und Modernisierungen im Ortskern anstoßen könnte.

Harald Orthey betonte, dass ihm als Mitglied des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag die Verbesserung der Infrastruktur ein Herzensanliegen sei. Mit dem kürzlich verabschiedeten Infrastruktur-Zukunftsgesetz sei eine wichtige Grundlage geschaffen worden, um Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozesse für Verkehrs-, Energie- und Verteidigungsinfrastrukturen zu vereinfachen, zu digitalisieren und zu beschleunigen.

Positive Impulse für Sport und Feuerwehr

Der erste Beigeordnete Ingo Theis hob hervor, dass der Wechsel vom früheren „Rotasche-Sportplatz“ zum modernen Kunstrasenplatz die Zahl der Aktiven im TSV Liebenscheid deutlich erhöht habe – sowohl im Fußball als auch in der Jugendarbeit. Die Gemeinde sei dankbar für die breite finanzielle Unterstützung durch Sportbund, Land, Westerwaldkreis, Verbandsgemeinde und Ortsgemeinde.

Auch die Feuerwehr blickt zuversichtlich in die Zukunft. Wehrführer und Ratsmitglied Micha Hast berichtete, dass der Anbau einer neuen Fahrzeughalle am Feuerwehrgerätehaus im Herbst 2026 beginnen soll. Mit knapp 50 aktiven Frauen und Männern in den drei Ortsteilen verfügt die Wehr über einen stabilen Personalstamm und pflegt traditionell länderübergreifende Übungen im Drei-Länder-Eck.

Zum Abschluss bedankten sich Johannes Behner und Harald Orthey für den informativen Rundgang und das sichtbare Engagement des Gemeinderates. Beide betonten, dass dies sicher nicht der letzte Besuch in Liebenscheid gewesen sei.